Wiedereröffnung - Erste Erfahrungen

„Jeder steht hier auf der Matte, um uns den Tag so schön wie möglich zu machen“

Wie alle sechs Kliniken des Deutschen Arbeitskreises für Familienhilfe e.V., musste auch der Tannenhof auf Grund der aktuellen CoVid19 - Pandemie vorübergehend geschlossen werden. Seit mehreren Wochen sind wir aber wieder für Sie zurück: Mit weitreichenden Hygienemaßnahmen und der alt bewährten Begeisterung für unsere Arbeit! Zwei unserer Patientinnen berichten, wie es ihnen innerhalb der ersten Neuanreisen im Tannenhof ergangen ist. 

Frau A. (40) konnte mit der ersten Gruppe zur Wiedereröffnung anreisen und hat sich im Voraus erkundigt, inwiefern Anwendungen möglich seien. Zur Einhaltung der Hygienevorschriften finden diese aktuell in etwas reduzierter Form statt: So müssen beispielsweise die Sauna und das Schwimmbad bis auf weiteres geschlossen bleiben. Unsere Nordic Walking Gruppen und Entspannungsangebote können aber mit Abstandsregeln weiter angeboten werden und durch die Aufteilung in kleinere Essensgruppen ist der Speisesaal wesentlich ruhiger. „Die Essenszeit meiner Gruppe war mir gerade am Wochenende etwas zu früh“, sagt Frau A., aber es gebe ja auch noch eine gut ausgestattete Küchenzeile auf dem Zimmer für ein selbstorganisiertes Müsli am Morgen. Beim Essen habe sie sich erst einmal daran gewöhnen müssen, dass sie das Geschirr nicht selber abräumen darf, berichtet auch Frau M. (42). Sie ist schon zum dritten Mal am Tannenhof und war sehr erleichtert, dass auch sie ihren ursprünglichen Kurtermin wahrnehmen konnte. Sie nutzte vor allem die Website, Telefonate und E-Mails und hat sich so im Voraus gut informiert gefühlt. Sie bedauert zwar, dass einige der Anwendungen reduziert werden mussten, doch letztendlich, so berichten beide Frauen, seien sie sehr froh um die Ruhe, die sie hier dank kleinerer Anreisegruppen finden konnten. 

 „Ich brauchte einfach wieder etwas Zeit für mich, um Energie zu tanken und wieder zu mir selbst zu finden“, sagt Frau A. und lächelt dabei. Man müsse sich auf die Abgeschiedenheit, die Menschen und den geringeren Handyempfang einlassen, so Frau M.. Doch genau dieser reizarme Alltag sei es, was sie und ihre Kinder hier so genießen. Anderen Eltern würde sie empfehlen auch auf Fernsehen und WLAN für eine Weile zu verzichten und einfach einmal durchzuatmen! Ganz besonders freuen könnten sich anreisende Mütter oder Väter außerdem auf die Verpflegung am Tannenhof, so die beiden Frauen. „Mein Sohn lobte den Koch regelmäßig und sagte, dass es hier das beste Kartoffelpüree gab, das er je gegessen hat. Wohl sogar besser als von Mama!“ erzählt Frau A. und lacht.

Sie empfand vor allem die Betreuung der Kinder als sehr entlastend. Der Lockdown habe nicht nur sie als Mutter gefordert, sondern auch ihre Kinder, da die Möglichkeiten zum Austoben fehlten. Und jetzt in der Kur? „Meine Tochter (3 Jahre) möchte gar nicht nach Hause“ sagt sie. Die Erzieher(innen) sind häufig mit den Kindergruppen draußen unterwegs in der Natur zum Toben und Spielen. Anderen Eltern empfiehlt sie daher vor allem zwei Dinge: Sonnenschutz und Zwiebel-Look - gegen die kräftige Sonne und die frische Höhenluft. Wer die Möglichkeit hat, solle außerdem mit dem PKW anreisen, da man so die tolle Gegend erkunden könne. Denn eigentlich habe sie zwar ans Meer gewollt, doch sie sei überrascht von der Schönheit des Schwarzwaldes gewesen und würde gerne wieder kommen.

Dieses Gefühl kennt auch Frau M., die vor neun Jahren hier im Tannenhof ihre Liebe zu den Bergen entdeckt hat. Sie beschreibt den speziellen Schwarzwald - Duft von frischem Gras, Blumen und dem Wald, der mittlerweile für sie wie ein zweites zu Hause rieche. „Jeder steht hier auf der Matte, um uns den Tag so schön wie möglich zu machen“, beschreibt sie die familiäre Atmosphäre, die sie in jeder Abteilung erlebe. Sie habe sich mit offenen Armen empfangen gefühlt und das Küchenpersonal erkannte sogar ihre Tochter nach all den Jahren wieder. „Ich würde noch zehn Mal wieder kommen, wenn ich könnte. Vielleicht sollte ich in den Schwarzwald ziehen und hier arbeiten.“ Sie lacht und verabschiedet sich schmunzelnd mit den Worten: „Das war jetzt wirklich eine Liebeserklärung an den Tannenhof.“